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  • Kalte Angelegenheit: Per Steckleiter und Spineboard wird das vermeintliche Opfer aus dem Wasser geholt.

Bad Schlema: Hier probt die Feuerwehr den eiskalten Ernstfall

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Die Feuerwehr Bad Schlema hat in Neustädtel eine Eisrettung unter realistischen Bedingungen trainiert. Am Übungsteich waren deutlich Fußspuren auf der dünnen Eisdecke zu sehen – ein Bild, das laut Feuerwehr jedes Jahr für gefährliche Situationen sorgt. Zugführer Dirk Vieweg leitete die Ausbildung. „Wir haben das Thema Eisrettung zuletzt immer wieder forciert“, erklärt er. Grund seien die vielen Teiche, die Mulde und kleinere Fließgewässer in der Region. „Dort bildet sich im Winter Eis, das Menschen oft unterschätzen.“

Jede Menge Werkzeug im Einsatz

Im theoretischen Teil ging es zunächst um Gefahren und richtige Verhaltensweisen auf Eisflächen. Anschließend übten die Einsatzkräfte auf dem Gewässer selbst. Mit Steckleiterteilen, Spineboard oder Schleifkorbtrage vergrößerten sie die Auflagefläche, um einen Einbruch ins Eis zu vermeiden. 

Notfallsanitäter Jan Richtsteiger von der Johanniter-Unfall-Hilfe erläuterte zudem die medizinischen Risiken bei einem Einbruch. Unterkühlung sei das größte Problem. Betroffene müssten schnell aus dem Wasser gebracht und mit trockenen Materialien warmgehalten werden – ohne aktive Reibung. Bei Bewusstlosigkeit sei eine stabile Lagerung nötig, bei Atemstillstand sofortige Reanimation.

Besonderer Rettungsanzug

Ein Höhepunkt der Übung war der Test eines speziellen Eisrettungsanzugs durch Feuerwehrmann Moritz Vieregg. Der Anzug sorge für Auftrieb, der Ausstieg aus dem Eis bleibe jedoch körperlich sehr anspruchsvoll. Zum Abschluss appelliert die Feuerwehr eindringlich: Eisflächen nur betreten, wenn sie offiziell geprüft und freigegeben sind. Ohne Freigabe gilt: Abstand halten – und im Notfall sofort Hilfe rufen.