Aus für Schwimmhallen-Neubau in Klotzsche

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Für die marode Schwimmhalle Klotzsche aus dem Jahr 1935 wird es in absehbarer Zeit wohl keinen Ersatz geben. Das geplante Neubau-Projekt an der Königsbrücker Landstraße wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Das hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert entschieden, nachdem der Fördermittelantrag abgelehnt worden ist. Die Gesamtfinanzierung des Projektes sei damit nicht mehr gesichert, heißt es zur Begründung in der Antwort auf eine Ratsanfrage der Freien Wähler.

Angesichts weltweiter Krisen waren die Dresdner Bäder schon Ende vergangenen Jahres von einem konkreten Zeitplan abgerückt. Obwohl an Planung, Bauantrag und Fördermittelanfrage gearbeitet wurde, war den Angaben vom November 2022 zufolge die Finanzierung noch unklar. Wir haben darüber berichtet.

Ursprünglich war die neue Schwimmhalle für den Dresdner Norden mit 20 Millionen Euro veranschlagt worden. Unter anderem aufgrund der weltweiten Krisen war zuletzt von 30 Millionen die Rede.

Gegen die Entscheidung, die Schwimmhalle nicht zu bauen, gibt es parteiübergreifend Protest von den Stadträten. OB Hilbert soll bis zum Sommer ein aktualisiertes Bäderkonzept vorlegen, fordert die SPD-Fraktion, denn schließlich sei der Bau beschlossene Sache gewesen. Die CDU fordert, die Finanzierung im nächsten Doppelhaushalt sicherzustellen.

"Inzwischen scheint es weder Schwimmhalle noch Sporthalle in naher Zukunft zu geben, aber angesiedelt werden Bosch, Jenoptik und weitere Unternehmen. Der Dresdner Norden wird abgehängt von der Entwicklung der Infrastruktur in den Bereichen Kultur, Sport und soziale Einrichtungen", kritisiert Anja Apel von der Fraktion DIE LINKE und fordert die Verwaltung auf, die Entscheidung zurückzunehmen.

Linke, SPD und Grüne haben deshalb einen Eilantrag im Stadtrat gestellt, um den Neubau der Schwimmhalle Klotzsche zu retten. Auch die Anwohner machen mobil. Sie haben eine Online-Petition gestartet.