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  • Der Kulturpalast ist Heimat der Philharmonie, aber auch des dazugehörigen Chores

Ärger im Kulturpalast: Chor soll Eintritt zahlen

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Die Dresdner Philharmonie - das sind nicht nur 116 Musiker, sondern auch 70 Chorsängerinnen und Sänger. Während das Orchester aus Berufsmusikern besteht, tritt der Chor ehrenamtlich auf, probt in seiner Freizeit. Unter der neuen Leitung von Iris Geißler erlebte der Chor wieder eine Renaissance, tritt regelmäßig erfolgreich im Kulturpalast mit der Philharmonie auf. 

Doch nun sollen die Chor-Mitglieder Geld mitbringen zum Singen - so ließe sich verknappt der Vorschlag der Dresdner Kulturverwaltung zusammen fassen. Die ist nämlich, wie alle anderen Fachbereiche im Rathaus, aufgerufen, Sparpotentiale aufzuzeigen. Und dem kommt Philharmonie-Intendantin Frauke Roth nach, in dem sie dem Chor jetzt verkündete, ab nächstes Jahr sollen Mitgliedsbeiträge eingeführt werden. Im Raum stehen, laut Pressemeldungen, 25 Euro pro Monat und Mitglied, die später nochmal angehoben werden sollen. 

StadtratMatteo Böhme (Team Zastrow), der die Pläne öffentlich machte:Die Intendantin der Philharmonie hat ein sehr seltsames Verständnis von Kultur und Ehrenamt. Die langjährige Arbeit des Chores verdient Respekt und Anerkennung. Gebühren von Chormitgliedern zu verlangen ist respektlos und in der Sache zudem frei von jedem Sinn. Die möglichen Einnahmen von 21.000 Euro pro Jahr decken gerade einmal 0,07% des Budgets der Philharmonie.“ Denn die wird jährlich mit 28 Mio. Euro aus dem städtischen Haushalt finanziert. 

Mitgliedsbeiträge für Chöre sind grundsätzlich nichts ungewöhnliches, haben aber normalerweise auch keinen Millionen-Haushalt eines städtischen Eigenbetriebes im Rücken. Hinzu kommt, dass Intendantin Frauke Roth erst kürzlich im Zusammenhang mit der Verlängerung ihrer Amtszeit eine Gehaltserhöhung von 40.000 Euro erhielt, das berichteten mehrere Medien übereinstimmend. 

Böhme weiter: „Wir fordern die Intendantin auf, diese Pläne unverzüglich zu beerdigen. In diesem Zusammenhang ist es befremdlich, wenn die Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch die reguläre Sitzung des Kulturausschusses am 10. März absagt, weil es angeblich nichts zu beraten gäbe. Die anstehenden schwierigen Beratungen zum Nachtrags- und zum Doppelhaushalt erfordern sicher schwierige Entscheidungen, die man aber vorher mit den Stadträten besprechen sollte, bevor man damit losläuft und etablierte Einrichtungen wie den Philharmonischen Chor beschädigt.“

Das letzte Wort in Sachen Beiträge ist noch nicht gesprochen. Die Stadträte müssten dem zustimmen. 

Audio:

Stadtrat Matteo Böhme ist gegen die Chor-Beiträge