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  • Auch das Industriemuseum an der Kappler Drehe öffnete am Samstagabend seine Türen für die Besucher.

23.750 Gäste bei der Museumsnacht

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Auf dem Foto sieht man diesen besonderen Museumsnacht-Moment: Menschen stehen beieinander, schauen, reden, staunen. Kein hektisches Gedränge, eher dieses neugierige Schlendern, das nur solche Nächte haben. Man geht irgendwo hinein und kommt mit einer Geschichte wieder heraus. Manchmal auch mit zwei. Oder gleich mit drei.

So war es am Samstag bei der Chemnitzer Museumsnacht. Nach einer ersten Hochrechnung zählten die Veranstalter 23.750 Gäste aller Altersgruppen. Insgesamt wurden 5.532 Tickets verkauft, darunter auch Familienkarten für bis zu sechs Personen. Im Schnitt steuerte jeder Besucher drei bis vier Einrichtungen an. Man blieb also nicht brav an einem Ort. Man zog weiter. Wie früher beim Schaufensterbummel, nur mit mehr Kultur und weniger Auslagen.

37 Orte und mehr als 270 Programmpunkte

Insgesamt beteiligten sich 37 Museen, Einrichtungen und Galerien. Das Motto lautete „Tacheles!“ und passte zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen. Mehr als 270 Programmpunkte luden dazu ein, die Museumslandschaft in Chemnitz und das Erlebnismuseum ZeitWerkStadt in Frankenberg zu entdecken. Dort öffneten sich bereits um 10 Uhr die Türen. Dazu gab es ein Sonderprogramm zum Themenschwerpunkt.

Haie, Kerzenlicht und ein Schienenbus namens Alma

Im Museum für Naturkunde konnten Gäste die Kinderstube der Haie und das Insektarium entdecken. In der Stadtbibliothek ging es hinunter in die Schatzkammer, also ins Kellermagazin. Im Stasi-Unterlagen-Archiv waren alle Rundgänge und auch die Filmvorführung ausgebucht.

Im Industriemuseum spielten Musikschüler stündlich Candlelight-Konzerte. In den Kunstsammlungen am Theaterplatz lockte der Blick in die Restaurierungswerkstatt. Im Schloßbergmuseum führten Rundgänge durch das frühere Benediktinerkloster. Im Deutschen Spielemuseum wurde gespielt und gebastelt. Und im Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf fuhr der Schienenbus „Alma“ über das Gelände. Allein der Name klingt schon nach Sonntagsausflug mit Thermoskanne.

Neues Dokumentationszentrum war dabei

Neu im Programm war das Dokumentationszentrum zum NSU-Komplex. Dort informierten sich viele Besucher zum Thema und hielten beim gemeinsamen Gedenken an die Opfer rechter und rassistischer Gewalt inne.

Im smac gab es neben der Sonderausstellung „Threads“ über jüdische Familien in Chemnitz auch Einblicke in das Spezialwissen der Mitarbeiter und deren Playlists.

Shuttlebusse halfen beim Weiterziehen

Gut angenommen wurde wieder der Nahverkehr. An der zentralen Abfahrtsstelle auf der Brückenstraße trafen sich fünf Shuttle-Extratouren zu festen Zeiten. Das erleichterte das Umsteigen. Außerdem galt das Ticket zur Museumsnacht gleichzeitig als Fahrkarte in allen öffentlichen Verkehrsmitteln im VMS-Verbundraum.

Hinter den Kulissen arbeiteten mehr als 1.000 Menschen mit. Sie sorgten dafür, dass die Gäste bis tief in die Nacht informiert, überrascht und unterhalten wurden. Die nächste Museumsnacht findet am 22. Mai 2027 statt.