- Wegen gekürzter Zuschüsse streicht der VMS in den Sommerferien mehrere Zugverbindungen rund um Chemnitz. Betroffen sind Linien nach Stollberg, Thalheim und Zwickau.
1,3 Millionen Euro weniger! Erste Züge fallen weg
Der Bahnsteig ist da. Die Schienen auch. Nur der Zug kommt seltener. Aus Geldnot fallen in den Sommerferien mehrere Züge zwischen Chemnitz und dem Umland aus. Zwischen dem 4. Juli und dem 16. August passt der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen seine Fahrpläne an.
Der Grund steht in einer Zahl: 1,3 Millionen Euro. So viel weniger Regionalisierungsmittel bekommt der Verkehrsverbund Mittelsachen nach eigener Darstellung in diesem Jahr weniger vom Freistaat - allerdings immer noch 159 Millonen Euro.
Weniger Züge nach Stollberg
So sieht es jetzt aus: Auf der Linie C 11 zwischen Chemnitz und Stollberg entfällt montags bis freitags der Halbstundentakt. Damit fahren die Bahnen in den Sommerferien nur noch stündlich. Wer sonst spontan zum Bahnsteig geht, muss nun genauer auf die Uhr schauen. Aus zwei Fahrten pro Stunde wird vielerorts nur noch eine.
Zwischen Einsiedel und Thalheim ist Schluss
Noch deutlicher trifft es den Abschnitt zwischen Einsiedel und Thalheim. Dort fällt die Linie C 14 montags bis freitags in den Ferien komplett aus. Damit entfällt auf diesem Abschnitt auch der gemeinsame Halbstundentakt mit der Linie C 13. Fahrgäste müssen auf Busse ausweichen. Die Anschlüsse am Bahnhof Einsiedel sollen gesichert werden. Außerdem werden die Buslinien 208 und 235 über Dittersdorf hinaus verlängert.
Auch Zwickau ist betroffen
Auf der Strecke zwischen Chemnitz und Zwickau fallen montags bis freitags die zusätzlichen Verdichterzüge weg. Diese Züge fahren sonst in den Spitzenzeiten und verdichten den Fahrplan auf einen Halbstundentakt. In den Ferien bleibt damit nur noch der Stundentakt. Für Fahrgäste heißt das: weniger Auswahl, längere Wartezeiten, mehr Planung. Die elektronischen Fahrplanauskünfte sind laut VMS bereits angepasst.
Risko Trassenpreise
Der VMS verweist nicht nur auf die fehlenden 1,3 Millionen Euro. Hinzu kommt ein weiteres Risiko: steigende Trassen- und Stationspreise. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom 19. März 2026 zur Trassenpreisbremse. Damit müssen die Tarife für die Benutzung von Gleisen jetzt frei verhandelt werden - auch das könnte den VMS mehr kosten als bisher.
