++ EIL ++
  • Chemnitz braucht für größere Schulsanierungen ein Ausweichquartier. Dafür sind zwölf Millionen Euro vorgesehen. Der Standort ist noch offen, auch Container sind möglich.

12 Millionen Euro für Schul-Ausweichquartier

Zuletzt aktualisiert:

Bevor Chemnitz größere Schulsanierungen dauerhaft umsetzen kann, muss die Stadt zunächst ein geeignetes Ausweichquartier schaffen. Möglich ist dabei auch eine Lösung mit mobilen Klassenräumen, also Containern. Das geht aus Antworten der Stadt auf Nachfragen zu einer CDU/FDP-Ratsanfrage hervor.

Derzeit gibt es nach Angaben der Verwaltung keine Ausweichobjekte für Schulsanierungen. Solche Quartiere wären aber nötig, wenn Schulgebäude umfassend saniert werden sollen. Bei Arbeiten an Heizungen, Leitungen, Elektroanlagen, Böden oder Innenwänden kann der Unterricht in der Regel nicht vollständig im Gebäude weiterlaufen.

Zwölf Millionen Euro für ein Ausweichobjekt

Eine mögliche Lösung könnte über das Sachsenfondsgesetz finanziert werden. Im Verwaltungsvorschlag zum Regionalbudget für kommunale Maßnahmen im Schulhausbau ist ein Ausweichobjekt für kontinuierliche Schulsanierungen vorgesehen.

Dafür sind aktuell zwölf Millionen Euro eingeplant. Ursprünglich war diese Summe im Verwaltungsvorschlag mit der Sanierung der Oberschule Borna verbunden. Nach Abstimmungen mit den Fraktionen des Stadtrates soll die Standortwahl nun aber offen bleiben. Der Zusatz „Borna“ soll gestrichen werden. Ein entsprechender Änderungsantrag der Verwaltung ist nach Angaben der Stadt in Vorbereitung.

Damit würde die Entscheidung, wo ein solches Ausweichquartier entsteht, noch nicht festgelegt. Offen bleibt auch, ob es sich am Ende um einen festen Standort, um mobile Klassenräume oder um eine andere Lösung handelt.

Entscheidung im Stadtrat steht noch aus

Ob daraus eine zentrale Ausweichschule wird, lässt die Stadt bislang offen. Zur Begründung verweist sie auf den Stadtrat. Dieser soll am 27. Mai 2026 über die Verwendung der Mittel aus dem Sachsenfondsgesetz entscheiden. Erst danach könne die Verwaltung konkretere Aussagen treffen.

Auch mobile Klassenräume sind nach Angaben der Stadt denkbar. Sie könnten ein Lösungsansatz sein, müssten aber für jeden Standort einzeln geprüft werden.

Reichenbrand zeigt den Bedarf

Wie umfangreich die Arbeiten ausfallen können, zeigt der Doppelschulstandort Reichenbrand. Dort sieht die Stadt erheblichen Sanierungsbedarf im Inneren des Gebäudes. Genannt werden unter anderem Innentüren, Heizkörperanlage, Wärmeverteilnetz, Elektroinstallation, LED-Beleuchtung, Raumakustik, Sanitärleitungen, Bodenbeläge und Innenwände.

Auch außen sind Arbeiten nötig. Fenster und Außentüren sollen saniert oder erneuert werden. Zudem ist Sonnenschutz vorgesehen. Die Außenanlagen sind noch nicht vollständig bewertet.

Für die Fortführung der Innensanierung veranschlagt die Stadt rund 1,9 Millionen Euro. Für die Außensanierung ohne Außenanlagen und Tiefbauarbeiten werden rund 1,1 Millionen Euro genannt. Insgesamt sind damit bislang etwa drei Millionen Euro beziffert.

Prioritätenliste bleibt intern

Welche Schulen zuerst saniert werden, richtet sich laut Stadt nach einer Bewertung des Bauzustandsmanagements und nach den verfügbaren Haushaltsmitteln. Dabei wurden die Schulstandorte bewertet und priorisiert.

Die dazugehörige Liste will die Verwaltung allerdings nicht herausgeben. Sie bezeichnet sie als internes Dokument und Arbeitsstand. Das Bauzustandsmanagement sei in den Fachausschüssen vorgestellt worden, eine Ausreichung der Liste sei aber nicht vorgesehen. Als Kriterien nennt die Stadt die Einbaujahre sowie die technische Lebensdauer von Baukonstruktionen und technischen Anlagen.

Keine Gesamtsumme für alle Schulen

Eine Gesamtsumme für den Sanierungsbedarf an allen Chemnitzer Schulen nennt die Verwaltung nicht. Eine pauschale Antwort sei nicht möglich, da dafür alle Gebäude einzeln nach Bauzustand, Bedarf und Nutzungsdauer bewertet werden müssten. Hinzu komme, dass sich Anforderungen laufend änderten.

Damit bleibt vorerst offen, wie groß der finanzielle Gesamtbedarf tatsächlich ist. Klar ist aber: Ohne Ausweichquartiere werden größere Schulsanierungen nur schwer umzusetzen sein. Die geplanten zwölf Millionen Euro könnten dafür ein erster Schritt sein. Entscheidend wird nun, ob der Stadtrat die Mittel freigibt und welcher Standort am Ende ausgewählt wird.