• Noch einige Malerarbeiten, und dann wird der Laden an den Vermieter zurückgegeben.

Zwickau war fürs „Möhrchen“ nur eine kurze Episode

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Aus dem Unverpackt-Laden in der Inneren Schneeberger Straße sind alle Waren verschwunden. Es wird gemalert. „Aus betrieblichen Gründen ist das Möhrchen geschlossen“, steht auf einem Schild. Dass das keine Pause ist, dass ihre Filiale in Zwickau für immer zu ist, hat uns die Inhaberin Annemarie Friedrich bestätigt. Vor ihr hatte bereits Mr. Cornfill die Segel gestrichen und geschlossen. Dass noch ein Versuch gestartet wird, ist unwahrscheinlich.

„Seit Anfang 2022 haben über 100 Bio- und Unverpackt-Läden geschlossen. Daraufhin haben die Händler noch weiter die Preise erhöht und das Angebot verringert. Weil wir durch Zwickau weder preislich noch von den Mengen bessere Konditionen haben, wollen wir uns auf unseren schönen Laden in Glauchau konzentrieren“, nennt Annemarie Friedrich als wesentlichen Grund, die Filiale in Zwickau zu schließen.

Ein weiterer ist die Nachfrage. Im April wurde das „Möhrchen“ eröffnet. Anfangs sei der Umsatz gut gewesen, sagt Annemarie Friedrich. Doch dann begann das Sommerloch nicht wie gewohnt im Juli/August, sondern zwei Monate früher. „Die Preise sind gestiegen, und die Leute halten natürlich ihr Geld zusammen. Man kann´s verstehen, wenn sie dann auf Lebensmittel zurückgreifen, die günstiger sind.“

Annemarie Friedrich lädt auf dem Schild in der Eingangstür in ihre Hauptfiliale ein. Das Geschäft in Glauchau wird es weiter geben. Sie habe dort viele Stammkunden und das Ambiente sei ansprechender, sagt die junge Geschäftsfrau. Und in Zwickau sei die Mentalität etwas anders. „In Zwickau gibt es einige Bio-Bäcker und den großen Denns. Ich denke, es war nicht unsere Zeit gewesen und vielleicht haben die Leute das Konzept nicht so schön gefunden.“