Wechsel fix: RB-Kapitän Sabitzer zum FC Bayern - Moriba als Ersatz?

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Im wohl größten Transfer-Roulette der Vereinsgeschichte verliert RB Leipzig nun auch noch Kapitän Marcel Sabitzer. Der seit Wochen in der Warteschleife befindliche Wechsel des österreichischen Nationalspielers zum FC Bayern München ist am Montag von den Münchnern und den Leipzigern als perfekt vermeldet worden. Damit ist der 27-Jährige nach Dayot Upamecano und Cheftrainer Julian Nagelsmann der dritte Schwergewichts-Abgang vom Vizemeister zum deutschen Rekordmeister - plus der Assistenten Benjamin Glück, Xaver Zembrod und Dino Toppmöller sowie Sport-Psychologe Maximilian Pelka.

Sabitzer erhält in München einen Vertrag bis zum 30. Juni 2025. Dem Vernehmen nach kostet er rund 15 Millionen Euro Ablöse. «Marcel Sabitzer bringt alles mit, was ein Spieler für den FC Bayern braucht. Er wird außerdem keine lange Eingewöhnungszeit benötigen, weil er mit der Philosophie unseres Trainers Julian Nagelsmann bereits bestens vertraut ist», sagte Vorstandschef Oliver Kahn laut Mitteilung vom Montag. Sportvorstand Hasan Salihamidzic lobte die «großartige Mentalität» des Zugangs und dessen Führungsqualitäten.

Damit wäre der von Nagelsmann ins Spiel gebrachte Kleinbus voll. Der Ex-RB-Coach hatte bei seinem Wechsel von der Pleiße an der Isar betont, er wolle keine weiteren Spieler von Leipzig nach Bayern holen. «Ich werde jetzt nicht einen VW T6 mieten, um nach München zu fahren und im Schlepptau noch den ein oder anderen guten Spieler von Leipzig dabei zu haben», sagte er - noch in Diensten der Leipziger. Nun ist mit Sabitzer und den anderen RB-Mitarbeitern der Kleintransporter auch so voll geworden.

Mit Sabitzer, der 2014 von RB Salzburg kam und sein letztes Spiel für RB beim 4:0 gegen den VfB Stuttgart machte, verlässt ein absoluter Führungsspieler die Sachsen. Nach 229 Pflichtspielen und 52 Toren sucht der Steirer, dessen Vertrag Ende dieser Saison ausgelaufen wäre, eine neue Herausforderung. «Ich bin sehr glücklich, für den FC Bayern spielen zu dürfen. Schon als Kind war mein Bayern-Trikot mein großer Stolz, jedes Jahr zu Weihnachten bekam ich ein neues. Ich werde alles für diesen Verein geben, möchte so viele Spiele wie möglich gewinnen und natürlich viele Titel holen», sagte Sabitzer.

Nach den beiden Auswärtsniederlagen steht RB gewaltig unter Erfolgsdruck. Immerhin empfangen die Leipziger am 11. September (18.30 Uhr/Sky) den FC Bayern. Bis dahin wird auch das pikante Detail gelüftet sein, ob Sabitzer gegen sein Ex-Team auflaufen wird. «Wir müssen bereit sein für Bayern München nach der Länderspielpause und dann ein überragendes Spiel in Manchester machen», sagte Cheftrainer Jesse Marsch schon vorausblickend auf das erste Gruppenspiel in der Champions League bei Manchester City. Seine Auftaktbilanz ist ernüchternd: «Es ist nicht der Start, den wir gewollt haben. Wir haben einen hohen Anspruch hier für Erfolg und gute Spiele», sagte er und fügte an: «Wir haben viele schwierige Spiele in den nächsten Wochen.»

Für Marsch vor allem schwer, weil er in den vergangenen Wochen aufgrund des offenen Transferfensters immer improvisieren musste. Nach den feststehenden Leihgeschäften von Hee-chan Hwang (Wolverhampton Wanderers) und Alexander Sörloth (Real Sociedad San Sebastián) sind einige Personalien wie Ademola Lookman oder Marcel Halstenberg weiterhin ungelöst.

So auch der mögliche Neuzugang Ilaix Moriba. Das 18 Jahre alte Mittelfeldtalent vom FC Barcelona könnte ein jüngerer Ersatz für Sabitzer werden. RB soll ein Wunschziel des guineisch-spanischen Spielers sein. RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Sportchef Florian Scholz sprachen persönlich in Barcelona mit den Verantwortlichen der Katalanen.