• Grenzübergang Neugersdorf - Rumburk. Foto: Tele-Lausitz (Danilo Dittrich)

    Grenzübergang Neugersdorf - Rumburk. Foto: Tele-Lausitz (Danilo Dittrich)

Tschechischer Arzt bleibt in Löbau - "Lasse Patienten nicht im Stich"

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Aufregung bei vielen Patienten in Sachsen  und in vielen Krankenhäusern. Tschechien hat angekündigt,  wegen der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus auch Arbeitspendler nicht mehr ungehindert über die Grenze zu lassen. Das betrifft allein 400 Ärzte aus Tschechien, die entweder in Krankenhäusern in Sachsen angestellt sind oder eine eigene Praxis im Freistaat haben – wie z.B. Dr. Jan Svestka aus Rumburk. Er ist niedergelassener Arzt in Löbau. Vor drei Jahren hatte er die Praxis eröffnet.

Svestka wird seine Frau und die drei Kinder in der nächsten Zeit nicht wiedersehen. "Ich bleibe in Löbau, übernachte in meiner Praxis. Meine Patienten lasse ich nicht in Stich", sagte uns der 33-Jährige. Er kann zwar die Grenze passieren,  muss dann aber in seiner Heimat zwei Wochen in Quarantäne. "Außerdem ist unklar, ob ich danach wieder nach Deutschland einreisen könnte". 

Die verschärfte Grenzregelung tritt an diesem  Donnerstag in Kraft.

Ärzte und Pflegekräfte aus Tschechien sollen weiterhin trotz verschärfter Grenzregelungen in Sachsen arbeiten. Dafür hat die Sächsische Staatsregierung finanzielle Unterstützung von 40 Euro pro Tag und Person, sowie einer Unterkunft für medizinisches Personal und deren Familien zugesichert. Diese Hilfeleistungen sollen zunächst für drei Monate gelten. Danach besteht aber die Möglichkeit die Maßnahmen zu verlängern, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer heute auf einer Pressekonferenz. Finanziell ist das Projekt zunächst nicht limitiert. Die Staatsregierung rechnet derzeit mit rund 1000 Menschen die das Angebot annehmen würden.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Dr. Jan Svestka