Update: Großeinsatz der Polizei zu Männertag

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Autor: JN/RR

Nachdem die Dresdner Polizei zunächst eine überwiegend positve Bilanz zum Männertag gezohen hatte, mussten die Beamten am Donnerstagabend noch zu einem Großeinsatz in Pfaffendorf bei Königstsein ausrücken. Von einem Grundstück waren laute Musik, Lärm und "Sieg-Heil"-Rufe zu hören. Als die Beamten vor Ort eintrafen, wurden sie von 20 bis 25 Personen beschimpft und mit Gläsern und andern Gegenständen beworfen. Daraufhin riefen die Polizisten Verstärkung und umstellten das Gelände. 30 Personen, alle deutsche Staatsangehörigem, wurden vorläufig festgenommen und zur Identitätsfeststellung auf die Reviere Pirna und Dresden gebracht. Das teilte die Polizei Dresden mit. Im Einsatz waren rund 120 Beamte der Landes- und Bundespolizei, sowie ein Polizeihubschrauber und Hundeführer. Bei der anschließenden Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte unter anderem eine Übungshandgranate, die Attrappe einer  Panzergranate, Einhandmesser und Betäubungsmittel. Die 30 Personen müssen sich nun wegen Landfriedensbruchs, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Sachbeschädigung, Bedrohung sowie Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Ansonsten hielten sich die Menschen in Dresden und Umgebung grundsätzlich an die Hygieneregeln. In Einzelfällen musste die Polizei beim Thema Mindestabstand einschreiten. Meist reichte aber ein Ansprechen durch Beamte und dann änderten die Betroffenen ihr Verhalten, teilte die Polizeidirektion am Donnerstagabend mit.

Helfen musste die Polizei zum Beispiel am Fähranleger in Kleinzschachwitz. Aufgrund eines hohen Andrangs an Fährgästen war es zu einer kurzzeitigen Ansammlung von hundert Menschen gekommen. Nach einem Ansprechen entspannte sich die Situation jedoch schnell, teilte die Polizei in ihrem Bericht am Donnerstagabend mit.

Andere Vorfälle gab es zum Beispiel am Königsufer. Dort hatten zehn Männer im Alter zwischen 17 und 20 Jahren auf dem Radweg Bierflaschen zerschlagen und mit einem Einweggrill Fußball gespielt. Eine Gruppe soll zudem mit lauter Musik und „Sieg Heil“ Rufen in Richtung Alaunpark gelaufen sein.

An der Kiesgrube Leuben zündeten Unbekannte eine Wiese an. 17.30 Uhr kam es am Albertplatz zu einer Auseinandersetzung zwischen vier Personen und 17.50 Uhr am Bischofsweg zu einer Auseinandersetzung zwischen 15 Personen. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. 

An der Bastei wurde am Donnerstagnachmittag ein jüdisches Ehepaar durch eine Gruppe von fünf Männern mit „Sieg Heil“ begrüßt. Einsatzkräfte stellten das Quintett letztlich in Rathen fest. Die Beamten nahmen die Personalien auf und leiteten Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ein.

Bilanz des Dresdner Ordnungsamtes vom Freitagmorgen:

Von 8.30 Uhr bis 21.30 Uhr waren am Donnerstag rund 20 Mitarbeiter im Einsatz um die Einhaltung der Corona-Regelungen zu überwachen. Es gab keine besonderen Schwerpunkte, teilte die Stadt mit. Neben einigen Corona-Verstößen entdeckten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes am Dr.-Külz-Ring eine ältere Frau, die aus einem Seniorenheim weggelaufen war. Sie wurde in ihr Heim zurück gebracht.