Nach Dynamo-Krawallen: Bisher 90 Tatverdächtige ermittelt

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Die Polizei Dresden hat die Ermittlungen zu den Ausschreitungen am Rande des letzten Saisonheimspiels der SG Dynamo Dresden am 16. Mai 2021 weiter vorangetrieben. Dafür wurde die Sonderkommission "Hauptallee" unter der Leitung von Kriminalrat Enrico Lange eingerichtet.

Den Ermittlern liegen aktuell 98 Hinweise aus dem Bürgerportal vor. Dabei handelt es sich insbesondere um Foto- und Videoaufnahmen. Außerdem werden die Aufnahmen von 64 Kameras ausgewertet, welche die Einsatzkräfte am Tag nutzten. Das gilt auch für Aufnahmen mehrerer Überwachungskameras aus dem Stadionumfeld. Zudem haben die Beamten dutzende Zeugen befragt.

Die Polizei hat bisher 90 Tatverdächtige identifiziert. Ihnen werden unter anderem 42 Körperverletzungsdelikte, 17 Beleidigungen, 8 Widerstände gegen Vollstreckungsbeamte, 7 Sachbeschädigungen, 6 Verstöße gegen des Sprengstoffgesetz, 4 tätliche Angriffe auf Vollstreckungsbeamte und zweimal das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen. Bei den Tatverdächtigen handelt es bis auf einen um deutsche Staatsbürger im Alter von 16 bis 69 Jahren. Unter den Verdächtigen befinden sich auch zwei Frauen.

Enrico Lange: „49 der Tatverdächtigen wohnen in Dresden, 35 im Umland und weitere sechs kommen aus anderen Bundesländern. Von einem Gewalttourismus nach Dresden kann also keine Rede sein.“

Im Zusammenhang mit den bislang vorliegenden Ermittlungsergebnissen wurden 58 bundesweite Stadionverbote beim Verein SG Dynamo Dresden angeregt.

Am Rande der Fußballbegegnung zwischen der SG Dynamo Dresden und Türkgücü München kam es am Rudolf-Harbig-Stadion zu erheblichen Ausschreitungen. Dazu sucht die Polizei auch weiterhin Zeugen.

Unter https://sn.hinweisportal.de können Bilder und Videos zum Einsatzgeschehen, auch anonym, hochgeladen werden. Gleichzeitig nimmt die Polizeidirektion Dresden Hinweise unter der Telefonnummer (0351) 483 22 33 entgegen.