Nach 0:2-Rückstand - Dynamo spielt remis in Düsseldorf

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Auch im 14. Versuch des Jahres 2022 bleibt die SG Dynamo Dresden sieglos. Die Chancen auf den direkten Verbleib in der 2. Fußball-Bundesliga werden für den Aufsteiger immer geringer. Die Elbestädter schafften am Freitagabend nach einem 0:2-Rückstand bei Fortuna Düsseldorf zwar noch ein 2:2 (2:0). Doch die gute Endphase und das Ergebnis machen nach der schwachen ersten Halbzeit wenig Mut für den Endspurt. Shinta Appelkamp (26. Minute) und Jordy de Wijs (31.) hatten die Fortuna vor 25 264 Zuschauern in der Düsseldorfer Arena in Führung gebracht. Scheinbar geschlagene Dresdner schlugen in der zweiten Hälfte mit zwei Jokertoren durch Paul Will (71.) und Ransford-Yeboah Königsdörffer (80.) wirkungsvoll zurück.

«Letztendlich ist ein Punkt besser als keiner. Aber wir können uns davon nichts kaufen. Wir müssen weiter Gas geben und einen Sieg holen», sagte Torschütze Königsdörffer. Tim Knipping betonte: «Das Gegentor tat uns sehr weh, die Köpfe gingen runter. Mit dem 2:0 nach dem Standard sah es sehr, sehr böse aus.» Doch in der Halbzeit fielen klare Worte. «Die Reaktion hat man dann gesehen. Ich glaube, dass wir so auftreten müssen. Wenn wir das über 90 Minuten machen, bin ich überzeugt, dass wir das Spiel auch gewinnen», betonte Knipping.

Im Wissen um die längste laufenden Sieglos-Serie im deutschen Profifußball veränderte Dynamos Chefcoach Guerino Capretti die Startaufstellung auf gleich fünf Positionen. Zudem ließ der 40-Jährige erstmalig in einem 3-5-2-System spielen. Zuletzt hatten die Dresdner bevorzugt in einer 4-2-3-1 Formation agiert. Zu den vielen Umstellungen erklärt er vor dem Anpfiff: «Die kreativen Momente und die Torgefahr haben mir im Spiel gegen Kiel gefehlt.» 

Jedoch fruchteten weder die personellen, noch die taktischen Umstellungen. Nach einem unnötigen Ballverlust wurden die Dresdner über ihre linke Abwehrseite eiskalt ausgekontert. Düsseldorfs Khaled Narey legte im Strafraum vor dem herausgeeilten SDG-Schlussmann Kevin Broll quer, Appelkamp (26.) musste nur noch in das verwaiste Tor einschieben. Nur fünf Minuten später traf de Wijs (31.) nach einem Standard aus kurzer Distanz.

Dynamo verlor vollends den Mut. Flanken aus dem Halbfeld wurden uninspiriert in den gegnerischen Strafraum geschlagen. Diese ideenlosen Offensivbemühungen waren ein erneuter Beleg dafür, warum Dynamo bislang dato nur 28 Tore erzielt hatte. Auch in den Zweikämpfen präsentierten sich die Schwarz-Gelben ungeschickt. Sowohl Knipping (28.) als auch Girobelidze (44.) sahen nach überharten Tacklings die Gelbe Karte.

Auch im zweiten Durchgang hatte Dynamo zunächst keinen Zugriff auf das Spielgeschehen. Dann wechselte Capretti vierfach. Zuerst kamen die Flügelstürmer Agyemang Diawusie und Königsdörffer (58.), wenig später die Mittelfeldakteure Oliver Batista Meier und Paul Will (67.). Die Wechsel zeigten sofort Wirkung: Einen wuchtigen Abschluss von Königsdörffer konnte Fortunas Keeper Florian Kastenmeier gerade noch parieren. Nur Sekunden später konnte Will (71.) per Kopf verkürzen.

Plötzlich wurde das Spielgeschehen vollkommen auf dem Kopf gestellt. Fortuna agierte kopflos. Zehn Minuten vor Abpfiff gelang Dynamo der Ausgleich. Diesmal traf Königsdörffer (80.) nach einem Lupfer, der die gesamte Abwehr der Hausherren aushebelte. In den letzten Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Dann wurde es hektisch: Erst kam Tim Knipping (90. +3) zu einem Kopfball, den Kastenmeier parieren konnte. Auf der Gegenseite rettete Dynamos Keeper Broll den Punkt. Sollte Erzgebirge Aue am Sonntag zu Hause gegen Hansa Rostock gewinnen, könnte sich der Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz auf fünf Punkte verringern. (mit dpa)

Audio:

Torschütze Ransford Königsdörffer zum 2:2 in Düsseldorf
Dynamos Mittelfeldspieler Paul Will nach dem 2:2 in Düsseldorf
Kapitän Tim Knipping nach dem Remis in Düsseldorf
Fortuna-Trainer Guerino Capretti analysiert das 2:2 in Düsseldorf