Markus Anfang als neuer Dynamo-Trainer vorgestellt

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Dynamo ist bei der Trainersuche fündig geworden. Markus Anfang wird das Amt des Cheftrainers bei der SGD übernehmen und tritt damit die Nachfolge von Guerino Capretti an. Das teilte der Verein am Freitagvormittag mit. Er unterzeichnete einen Zweijahresvertrag bei den Schwarz-Gelben bis Ende Juni 2024 und wurde am Freitagnachmittag offiziell vorgestellt.

Der 47-Jährige war zuletzt Trainer bei Werder Bremen, musste jedoch Ende vergangenen Jahres aufgrund eines gefälschten Corona-Impfzertifikats den Posten räumen. Dafür erhielt er vom DFB-Sportgericht ein Arbeitsverbot für ein Jahr. Nun läuft die Sperre Ende dieser Woche aus.

„Wir haben uns vor dieser Entscheidung natürlich sehr viele Gedanken gemacht, die auch über das rein Sportliche hinausgingen. Für uns war in den sehr guten Gesprächen mit Markus Anfang entscheidend, dass er offen und ehrlich sein Fehlverhalten aus der Vergangenheit einräumte und aufrichtig bedauerte. Jeder Mensch macht Fehler und Markus hat für seinen die Verantwortung übernommen und die gerechte Strafe erhalten. Wir sind davon überzeugt, mit ihm den richtigen Mann gefunden zu haben.", erklärte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Becker.

Nach dem Skandal wegen der Nutzung eines gefälschten Impfausweises erhält der 47-Jährige genau am Tag der Aussetzung seiner Sperre auf Bewährung beim Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden eine zweite Chance. Er habe sich inzwischen zweimal mit Corona infiziert, berichtete Anfang und erklärte auf Nachfrage, dass er weiter nicht geimpft sei.

"Ich habe es gut überstanden, mir geht es gut", sagte er zu seinen Corona-Infektionen. "Ich finde es absolut in Ordnung, wenn man sich impfen lässt und den Schutz auch hat. Wenn man ein Risiko hat, dann will man das einfach nur geklärt haben. Da kann mir keiner die Angst nehmen und die Sicherheit geben, dass mir nichts passiert."

Das Datum seiner Vorstellung ist kein Zufall, am Freitag wurde der Einjahres-Bann durch den Deutschen Fußball-Bund zur Bewährung ausgesetzt. Anfang war im November als Trainer des damaligen Zweitligisten Werder Bremen zurückgetreten, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen ihn Ermittlungen wegen der Nutzung eines gefälschten Impfausweises eingeleitet hatte. Das Amtsgericht Bremen verurteilte Anfang anschließend zu einer Geldstrafe von insgesamt 36 000 Euro verurteilt, zudem kam die Sperre durch den DFB.

"Der Fehler gehört leider zu mir, den kann ich nicht mehr rückgängig machen. Das habe ich mir selbst eingebrockt und ich mache keinen anderen Menschen dafür verantwortlich", sagte Anfang. "Ich habe mich bei den Menschen entschuldigt, die ich enttäuscht habe. Mehr kann ich nicht tun. Und ich darf nicht die Erwartung haben, dass die Menschen mir verzeihen."

Den Verzicht auf eine Impfung erklärte er erneut mit einer "gewissen Angst" aufgrund persönlicher Erfahrungen. So sei seine Tante von ihm nach einer Impfung an einem Herzinfarkt gestorben. "Das hat mit meiner Haltung gegenüber einer Coronaschutzimpfung überhaupt nichts zu tun, ich finde, es ist absolut in Ordnung, wenn man sich impfen lässt." Er selbst habe sich gegen Hepatitis und gegen Tetanus impfen lassen.

Markus Anfang begann seine Karriere als aktiver Fußballer 1995 bei Fortuna Düsseldorf. Anschließend spielte er unter anderem für Schalke 04, den FC Tirol Innsbruck, Energie Cottbus oder den MSV Duisburg. Im Sommer 2016 wurde er als damaliger Sportgeschäftsführer von Holstein Kiel als Cheftrainer in den Norden geholt. Unter seiner Leitung gelang den "Störchen" der direkte Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Der 47-Jährige stand bei 112 Spielen als Cheftrainer in der 2. Bundesliga an der Seitenlinie. In der dritten Liga hat er 33 Einsätze als Coach vorzuweisen. Mit ihm wechselt auch sein Co-Trainer Florian Junge nach Dresden und wird gemeinsam mit Heiko Scholz das Trainer-Team komplettieren. Der Vertrag des bisherigen Assistenz-Coach Ferydoon Zandi ist durch den Abstieg in die 3. Liga ausgelaufen und wurde nicht verlängert. (mit dpa)