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Landesgartenschau in Frankenberg hofft auf bleibende Effekte

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Die 8. Landesgartenschau ist am Samstag in Frankenberg (Mittelsachsen) eröffnet worden. Bis zum 6. Oktober laden zwei neugestaltete Parkanlagen zum Besuch ein. Zudem sind zahlreiche Konzerte, Vorträge und Mitmachaktionen geplant. Mit einer Gesamtinvestition von gut 25 Millionen Euro ist die Landesgartenschau in Frankenberg die bislang teuerste in Sachsen. Die Organisatoren hoffen auf mindestens eine Viertelmillion Gäste.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nannte die Landesgartenschau zur Eröffnung ein "Musterbeispiel für nachhaltige Stadtentwicklung". Auf alten Industriebrachen seien grüne Erholungsräume entstanden. Frankenbergs Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) erklärte, von den neuen Anlagen würden auch zukünftige Generationen profitieren.

Die Kommunen, die vor Frankenberg Gastgeber von Landesgartenschauen waren, ziehen insgesamt ein positives Fazit. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Aber nicht alle Anlagen, die einst für die Blumenschauen geschaffen wurden, werden noch genutzt.

Die erste Landesgartenschau in Sachsen ging 1996 in Lichtenstein (Kreis Zwickau) über die Bühne. "Die Landesgartenschau hat das Bild in der Stadt entscheidend verändert", sagte Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler). Unter anderem entstanden ein Palaisgarten, eine neue Kleingartenanlage und ein Spielplatz. Einzelne Anlagen wurden aber auch zurückgebaut. "Der Unterhaltungsaufwand überstieg und übersteigt die Leistungsfähigkeit der Stadt", erklärte Nordheim.

Für die Stadt Oelsnitz im Erzgebirge habe sich die Schau 2015 auf jeden Fall gelohnt, sagte Bürgermeister Bernd Birkigt (parteilos). Damals hatte die Stadt das Gelände eines früheren Steinkohle-Bahnhofs in einen Bürger- und Familienpark verwandelt. Der Erhalt der Parkanlage werde von der Bevölkerung erwartet, sagte Birkigt. Das sei der Stadt jährlich 100 000 Euro wert.

Das Gelände der Landesgartenschau 2002 in Großenhain ist jetzt eine öffentliche Grünanlage im Stadtzentrum. Für rund 19 Millionen Euro war damals eine Industriebrache in der Innenstadt neu gestaltet worden. "Die Landesgartenschau hat sich in jedem Fall gelohnt", sagte Stadtsprecherin Diana Schulze. Die Stadt sei städtebaulich aufgewertet worden. Nach der Schau sei die städtebauliche Erneuerung weitergegangen, angrenzende Industriebrachen und Grundstücke seien neu erschlossen worden.

Einen anderen Weg ist die Stadt Oschatz gegangen, die 2006 Gastgeber der Landesgartenschau war. Sie hat das Gelände dem Regionalverein der Lebenshilfe übergeben, die den O-Schatz-Park, wie das Areal jetzt genannt wird, mit mehr als 30 Menschen mit Handicap pflegt. Die Stadt zahlt dem Verein jährlich einen Zuschuss von 85 000 Euro. Der O-Schatz-Park sei ein gut besuchter Anziehungspunkt in der Region, sagte Stadtsprecherin Anja Seidel. "Vor der Landesgartenschau war es auch ein kleiner Heimattierpark und mit der Gartenschau wurde er groß, schick und modern."

Im 2022 wird Torgau die nächste Landesgartenschau ausrichten. In der nordsächsischen Stadt laufen schon jetzt die Vorbereitungen für die Neugestaltung von rund 20 Hektar Fläche. (dpa)