Karls soll nach Dresden kommen

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Viele kennen "Karls Erdbeerhof" vom Ostseeurlaub. Gerade im Sommer ist Rövershagen bei Rostock ein Pilgerort für Familien. Bei Karls dreht sich alles um die Erdbeere. In Bannewitz könnte jetzt Sachsens Erster entstehen. Zumindest wenn es nach Bürgermeister Christoph Fröse geht. Am Freitag ist das Konzept im "Karls Erlebnis-Dorf" in Elstal bei Berlin vorgestellt worden. Einige Gemeinderatsmitglieder und Journalisten sind zusammen mit dem Bürgermeister gemeinsam nach Elstal gereist. Auch zwei Grundstückseigentümer waren dabei.

Von Dresden aus gesehen, ist Elstal der nächste Karls Hof bei uns im Osten. Mit der Erdbeere allein hat das nicht mehr viel zu tun. Seit 2014 entsteht dort Deutschlands größtes "Karls Erlebnis-Dorf". Aktuell wird ein Hotel gebaut. Besucher können Achterbahn fahren, ein Labyrinth erkunden und zum Beispiel auch eine Eisfigurenausstellung ansehen.

Bannewitz ist einzige Option in Sachsen

"Karls"-Chef Robert Dahl möchte in Bannewitz 13 Millionen Euro für den Neubau investieren. Er plant unter anderem Spielplätze, einen Streichelzoo und kleinere Fahrgeschäfte, wie die Traktorenbahn oder die Erdbeerrauenbahn. Auch die beliebte Kartoffelsackrutsche soll in Bannewitz gebaut werden. Produkte rund um die Erdbeere werden dann ebenfalls angeboten. Geplant sind mehrere Schaumanufakturen, wie zum Beispiel eine offene Marmeladenküche oder eine Hofbäckerei. Wie an jedem Standort werden im Hofladen die "Karls"-Produkte dann auch verkauft.

Besonders geeignet sei das Erlebnis-Dorf laut Dahl, für Familien mit Kindern zwischen 0-12 Jahre.
Aber warum expandiert das Erdbeer-Imperium aus Mecklenburg Vorpommern überhaupt in andere Bundesländer? Auf Nachfrage erklärt er, dass viele Besucher aus Sachsen kämen und auch in den Sozialen Medien immer wieder von sächsischen Fans gefragt würde, wann denn endlich Karls kommt.

Er bestätigte, dass er sich auch ein Grundstück bei Leipzig angeguckt hätte, dieses aber nicht mehr relevant sei.

„In Sachsen ist Bannewitz die einzige Stelle, über die wir reden“ – Robert Dahl / "Karls"-Geschäftsführer

Wie Fröse im Interview gesagt hat, sei er bereits vor fünf Jahren erstmals auf Dahl zugegangen. Seitdem stehen beide in engem Kontakt. Im vergangenen Jahr dann, wurde der Entschluss gefasst, Karls nach Bannewitz zu holen.

Mit Pächter und Betreiber der Motocross-Strecke wurde bereits 2018 ein neuer Vertrag aufgesetzt. Dieser gilt eigentlich bis 2023. Sollte sich aber bis dahin ein Investor für das Areal finden, hat die Gemeinde ein Sonderkündigungsrecht. Davon würde dann Gebrauch gemacht werden. Eine andere Fläche wird den Motorsportlern nicht zur Verfügung gestellt. Zusammen mit dem angrenzenden landwirtschaftlichen Grundstück stehen für "Karls Erlebnis-Dorf" etwa 6,5 ha zur Verfügung, das sind mehr als sechs Fußballfelder.

Gemeinderäte sind geteilter Meinung

Viele Gemeinderäte waren vom Konzept in Elstal angetan. Kritisieren aber die ungeklärte Verkehrssituation. Heiko Gildemeister von der Wählergemeinschaft „Wir für Bannewitz“ fühlt sich teilweise übergangen, sagte er vor Ort. Die Idee liege nicht erst seit gestern auf dem Tisch. Erst vor kurzem wurde der Kreuzungsbereich an der B170 / A17 erneuert. Planungen für das "Karls Erlebnis-Dorf" wurden dabei nicht bedacht. Bürgermeister Fröse beschwichtigt. Laut ihm würde der Ausbau der Infrastruktur ausreichen. Ein konkretes Verkehrskonzept soll vorgelegt werden.

"Die Pendler sind zu anderen Zeiten unterwegs, als die Besucher des Karls Erlebnis-Dorfes." - Holger Schreiber / Bürgermeister der Gemeinde Wusterark

Rückenwind gab es dafür vom Bürgermeister der Gemeinde Wustermark, Holger Schreiber. Beim Projekt in Elstal hätte es anfangs ähnliche Bedenken gegeben. Der Verkehr würde aber a-typisch verlaufen. Heißt Berufsverkehr, An- und Abreiseverkehr stören sich nicht, da sie zu unterschiedlichen Zeiten laufen.

Noch ist nichts entgültig entschieden

Am 3. März dieses Jahres soll der Gemeinderat bei einer Nichtöffentlichen Sitzung über die Pläne und das Konzept beraten. Auch die Anwohner sollen in die Pläne mit einbezogen werden, hieß es von Fröse. Bereits am 24. März 2020 könnte der Bebauungs-Plan aufgestellt werden. Die benötigten Grundstücke sind aber noch nicht gekauft. Die Verhandlungen würden laufen. Dies bestätigten im Gespräch auch zwei Grundstückseigentümer. Ihnen gehört das Feld zwischen dem REAL-Markt und der A17. Beide könnten sich vorstellen Platz für "Karls Erlebnis-Dorf" zu machen, nur der Preis muss stimmen. Der Boden auf dem Bauland sei gut. Damit würde viel Ernte verloren gehen.

Für den Anfang rechnet "Karls"-Chef Robert Dahl mit etwa 85 neuen Arbeitsplätzen für die Region und etwa 500.000 Besuchern im ersten Jahr. Wann dann tatsächlich gebaut werden kann, ist derzeit noch unklar. Bannewitz‘ Bürgermeister Christoph Fröse bleibt optimistisch. Er möchte, dass der Deal bis zu seinem Einstieg in den Ruhestand im Frühjahr 2022 in Sack und Tüten ist. Insgeheim hofft er aber, dass vielleicht schon 2021 die Bagger rollen.

Konkurrenz für Oskarshausen

Auf Facebook haben einige Hörer Oskarshausen in Freital angesprochen und bedenken geäußert. Auf Nachfrage, hieß es von Bannewitz' Bürgermeister Fröse, beide Geschäftsführer seien schon in Gesprächen. Im vergangenen Jahr sei Robert Dahl bereits in Oskarshausen zu Besuch gewesen. Laut Fröse, stellt "Karls Erlebnis-Dorf" keine direkte Konkurrenz für Oskarshausen dar.

Und ihre Meinung?