Sachsens Impfstrategie steht weiter in der Kritik

Zuletzt aktualisiert:

Der schleppende Impfstart in Sachsen sorgt weiter für Kritik. Der Wirtschaftsrat der CDU sprach von einer Farce, auch mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Impfdosen. In Chemnitz zum Beispiel kann das DRK eigenen Angaben zufolge täglich 178 Impfungen gegen Corona verabreichen. Werde diese Zahl nicht bald aufgestockt, könnte es laut Wirtschaftsrat rund drei Jahre dauern, bis Chemnitz durchgeimpft ist.

Das DRK hat sich bisher nicht dazu geäußert, wie der Betrieb im Chemnitzer Impfzentrum angelaufen ist. Terminvereinbarungen sind bisher nur online möglich. Der Buchungsstart über eine Telefonhotline verzögert sich. Grund sind laut DRK technische Probleme.

Unterdessen geht es beim Impfen in ganz Sachsen langsam voran: Nach mehr als 5.700 Impfungen am Dienstag haben im Freistaat bisher 0,7 Prozent der Menschen eine erste Spritze gegen das Corona-Virus bekommen. Damit ist das Land im Vergleich der Bundesländer nicht mehr das Schlusslicht, liegt aber immer noch im hinteren Bereich. Das geht aus den Daten des Robert Koch-Instituts hervor. Danach wurden bisher in Sachsen insgesamt 29.421 Menschen geimpft - die meisten Impfungen entfallen auf medizinisches Personal. 

In den vergangenen Tagen mussten sich sowohl das Gesundheitsministerium als auch das für den Aufbau der Impfzentren verantwortliche DRK für einen schleppenden Impfstart und Probleme mit dem Buchungsportal rechtfertigen. Beide verteidigten wiederholt die sächsische Impfstrategie, jeden Tag kontinuierlich zu impfen und nicht auf einmal alle Dosen zu verbrauchen.