Feiertag lockt ins Freie

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 Mindestabstand und Massenandrang: Christi Himmelfahrt hat am Donnerstag Tausende Menschen in Sachsen bei strahlendem Wetter ins Freie gelockt. Naturgemäß wurde der Feiertag von vielen nicht wegen seines christlichen Hintergrundes gefeiert, sondern feuchtfröhlich als Vatertag begangen. Bis zum späten Nachmittag musste die Polizei aber zu keinen größeren Einsätzen ausrücken.

Die Lage sei entspannt und noch einmal ruhiger als in den vergangenen Jahren, sagte Dresdens Polizeisprecher Thomas Geithner. Im Großen und Ganzen würden die Regeln im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie eingehalten. Bislang hätten Ansprachen der Polizei ausgereicht, wenn etwa die Ansammlungen zu groß gewesen seien. Großen Andrang registrierte die Dresdner Polizei auch in Rathen (Sächsischen Schweiz) und in Moritzburg. In Leipzig fuhr die Wasserpolizei Streife.

Die Polizeidirektion Zwickau berichtete nur von kleinen Zwischenfällen mit Betrunkenen. Auch Chemnitz meldete eine «ruhige Lage». In Görlitz waren die Beamten mehr als Verkehrspolizisten gefragt: Durch eine Rückreisewelle polnischer Arbeitnehmer aus dem Ausland staute sich der Verkehr auf der Autobahn Dresden-Görlitz zeitweilig auf einer Länge von etwa 50 Kilometern. Am Nachmittag hatte sich die Lage entspannt, die Blechlawine war dann 30 Kilometer kürzer.

Vielerorts gab es wegen der Pandemie in diesem Jahr Gottesdienste im Freien. Traditionell wird Christi Himmelfahrt von vielen Männern mit Alkohol begossen. Andere nutzen den Tag für Spaziergänge, Wanderungen oder eine Radtour. Aufgrund des herrlichen Wetters war der Elbradweg überfüllt. Reges Treiben gab es auch an der Talsperre Pöhl im Vogtland. Entlang der Elbe lagerten viele Ausflügler auf Decken - häufig wohl mehr Menschen als erlaubt, wie Augenzeugen berichteten.

Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar hatte im Vorfeld versichert, dass die Polizei mit ausreichend Personal präsent sein werde. Man werde mit Fingerspitzengefühl vorgehen und sich auf die Unvernünftigen konzentrieren, sagte er. Zugleich erinnerte Kretzschmar daran, dass wegen der Corona-Einschränkungen Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen gelten.