Dynamo will für nächste Pokal-Überraschung sorgen

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Auf den Rängen werden die fehlenden Fans durch 30 000 Ballons symbolisiert, auf dem Rasen hat Dynamo Dresden zur Not Luft für einen echten Pokalfight über 120 Minuten. Der Fußball-Drittligist ist am Dienstag im DFB-Pokal gegen den SV Darmstadt 98 in der Außenseiterrolle, wittert aber dennoch seine Chance. «Wir werden unseren besten Tag haben müssen. Wir werden mit Sicherheit individuell schlechter sein, können es aber als Mannschaft schaffen, Dinge auszugleichen. Man kriegt uns nicht klein», sagte Trainer Markus Kauczinski. «Wir rechnen uns etwas aus und können an guten Tagen bessere Mannschaften schlagen.»

So wie Mitte September, als man den Hamburger SV vor 10 000 Zuschauern mit 4:1 aus dem Pokal warf. Wird in Darmstadt der nächste Zweitligist besiegt, winkt Dynamo zudem eine Prämie von gut 700 000 Euro für das Erreichen des Achtelfinals. «Das ist natürlich für alle Vereine aufgrund der Corona-Pandemie wichtig. Aber wir sind ohnehin motiviert, werden deshalb nicht schneller oder weiter laufen können», sagte Kauczinski.

Die Fans werden nur virtuell dabei sein. Dresden hat mit der Aktion «30 000 Geister für Dynamo» über 60 000 Geister-Tickets für das Spiel verkauft. Der Club wird auf den Rängen deshalb 30 000 Luftballons anbringen und so zumindest symbolisch für ein ausverkauftes Rudolf-Harbig-Stadion sorgen.

Dynamo ist seit acht Spielen ungeschlagen und mittlerweile souveräner Tabellenführer der 3. Liga. Am Dienstagabend schlüpft der Club mal wieder in die Rolle des Außenseiters. Bei den Hessen beeindruckt vor allem die Offensive. «Ob das ein Tobias Kempe ist oder ein Serdar Dursun, der einer der besten Stürmer der zweiten Liga ist. Es ist eine spielstarke Mannschaft, die einen guten Fußball spielt», sagte Kauczinski.

Dynamo will und kann vor allem Kampf dagegensetzen. Wenn Energie und Leidenschaft stimmten, dann sei alles möglich, betonte Kauczinski. «Es heißt, über den Punkt zu gehen, den inneren Schweinehund zu überwinden», sagte der Coach. Bis zum Anpfiff sei noch etwas Kopfarbeit nötig, um die richtige Aufstellung zu finden.

Gesetzt sein dürfte Yannick Stark. Der Vize-Kapitän kommt aus Darmstadt, hat jahrelang für die Hessen gespielt. «Als im Sommer mein Vertrag nicht verlängert wurde, kam das für mich schon überraschend» sagte Stark. «Für mich ist eine besondere Motivation da.» In Dresden hat sich der 30-Jährige als Stammkraft etabliert, kam in allen 17 Liga-Spielen in der Startelf zum Einsatz.