Dynamo verliert erstes Geisterspiel

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Autor: dpa

Eine Niederlage, die so unnötig wie vorhersehbar war: Nach nur einer Woche Mannschaftstraining und 84 Tagen Pause verpatzte Dynamo Dresden seinen Neustart in die 2. Fußball-Bundesliga. Das Schlusslicht unterlag am Sonntag gegen den Tabellenzweiten VfB Stuttgart mit 0:2 (0:1), zeigte gegen den Aufstiegsaspiranten aber eine ordentliche Leistung und verkaufte sich teuer. Hamadi Al Ghaddioui (18.) und Darko Churlinov (88.) erzielten die Tore für den Favoriten Stuttgart, der dadurch Rang zwei in der Tabelle festigt. Dresden bleibt mit sechs Zählern Rückstand auf den Relegationsrang Schlusslicht.

«Der Kampf um den Klassenverbleib wird nicht heute entschieden», hatte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge noch vor der Partie bei «Sky» gesagt. Bereits am Mittwoch kann das Team von Markus Kauczinski im Nachholspiel bei Hannover 96 den Abstand verkürzen, knüpft sie an die Leistung und Leidenschaft der Partie gegen Stuttgart an.

«Wir haben ein guts Spiel gemacht, das Stuttgart mehr Spielkontrolle hat, war klar», resümierte Kauczinski. Sein Team hätte alles gegeben, sagte der Coach und lobte: «Für das, was wir im Tank haben, war das ein gutes Spiel.»

Dennoch braucht es auch eine Leistungssteigerung, denn gegen den VfB hatte Dynamo zwar durch einen Schuss aus spitzem Winkel von Godsway Donyoh (4.) die erste Chance im Spiel, anschließend übernahm aber Stuttgart zunächst die Kontrolle.

Dresden war die fehlende Spiel- und Trainingspraxis nach der 14-tägigen häuslichen Quarantäne anzumerken, es fehlte an Präzision und Abstimmung. Daran konnte auch die abendliche Anfeuerung der Dynamo Ultras nichts ändern, die noch am Tag zuvor mit Pyrotechnik gegenüber des Dresdner Mannschaftshotels ihr Team motivieren wollten.

An der Motivation lag es sicherlich nicht, dass Stuttgart durch Al Ghaddioui in der 18. Minute in Führung gingen. Vielmehr waren es individuelle Patzer von Chris Löwe, der unglücklich für den Torschützen auflegte, und von Patrick Schmidt, der letztlich die Abseitsstellung des abfälschenden Gonzalo Castro aufhob. «Das Tor fällt mir zu leicht, das war nicht nötig», analysierte Kauczinski.

Trotz aller Widrigkeiten, Dresden hielt vor allem kämpferisch mit und hatte seine Momente im Spiel nach vorn. Oft fehlte es jedoch an der notwendigen Präzision und an Überraschungsmomenten. Ein Kopfball von Schmidt (43.) war letztlich die einzige Aktion, die Stuttgarts Torwart Gregor Kobel zum Eingreifen zwang.

Auch sein Gegenüber Kevin Broll musste sich im ersten Durchgang nur noch einmal bewehren. Ein zu zentral geratener Schuss von Nicolas Gonzalez stellte Dresdens Torwart jedoch nicht wirklich auf die Probe.

Auch im zweiten Durchgang waren Offensivaktionen beider Mannschaften rar gesät. Die Hausherren standen defensiv gut und versteckten sich nicht. Dennoch war Stuttgarts Torwart nahezu beschäftigungslos. Erst kurz vor Schluss sorgte der VfB für die Entscheidung. Churlinov staubte einen Abpraller von Dynamo-Keeper Broll zum 2:0 ab.