Dynamo punktet gegen St. Pauli

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Zweitligist Dynamo Dresden hat den Befreiungsschlag im Abstiegskampf verpasst. Am Samstag trennten sich die abstiegsbedrohten Sachsen mit 1:1 (1:1) vom FC St. Pauli. Nachdem Dynamo die erste Halbzeit dominiert hatte und durch Christoph Daferner (20.) in Führung gegangen war, glich der frühere Dresdner Simon Makienok (43.) per Kopf aus. Nach der Pause waren die Gäste deutlich spielbestimmender, trafen gleich viermal das Aluminium, aber nicht das Tor. Dynamo bleibt nach dem neunten sieglosen Spiel in Serie auf dem Relegationsrang 16.

«Die Jungs sitzen bedröppelt in der Kabine. Ich habe ihnen gesagt, dass sie das Spiel in der ersten Halbzeit hätten gewinnen, später aber auch verlieren können», sagte Dynamo-Coach Guerino Capretti nach seiner Heimpremiere.

Die Partie vor 16 000 Zuschauern begann stürmisch und wurde in den ersten Minuten von beiden Mannschaften mit viel Tempo geführt. Bereits nach drei Minuten hatte St. Paulis Guido Burgstaller die erste Torchance. Der Stürmer scheiterte jedoch aus Nahdistanz an Kevin Broll. Dresdens Schlussmann merzte somit seinen eigenen Fehlpass aus, mit dem er den Angriff überhaupt erst eingeleitet hatte. Broll, der die vergangenen fünf Partien aufgrund einer Handverletzung verpasste, hatte den Vorzug vor Anton Mitryushkin erhalten.

In der Folge waren die Gastgeber spielbestimmend. Defensiv agierten die Schwarz-Gelben aufmerksam, in der Offensive schnörkellos und geradlinig. Die Gäste aus der Hansestadt fanden kaum zu ihrem gewohnten Spiel. Daferner markierte dann die verdiente Führung. Nach einem Standard leitete Kapitän Tim Knipping den Ball mit einem Querpass clever auf den Torjäger. Auch nach dem Treffer blieben die Hausherren die bessere Mannschaft, verpassten jedoch mehrfach die Führung auszubauen.

Quasi aus dem Nichts erzielte Simon Makienok den Ausgleich per Kopf. Der Ex-Dresdner profitiere von einem weiteren Fehler Brolls. Noch vor dem Seitenwechsel hätte Dresdens Ransford Königsdörffer (44.) den alten Abstand wiederherstellen können. Der Youngster scheiterte jedoch am starken Pauli-Schlussmann Nikola Vasilj. «Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir die Tore nicht gemacht haben. Ich denke, wir hätten da den Sack zumachen können», sagte Daferner.

Das Gegentor und die anschließende Pause veränderten das Spielgeschehen komplett. Die Gäste kamen besser in Schwung und präsentierten sich deutlich leistungsverbessert. Dynamo hingegen geriet immer mehr unter Druck und konnte sich kaum aus der eigenen Hälfte befreien. In der 54. Minute war es wieder eine Standard, der für Gefahr im Dresdner Strafraum sorgte. Den Abschluss von Daniel Kofi Kyereh lenkte Broll mit einem tollen Reflex an den Pfosten. Drei Minuten später rettete das Aluminium die Sachsen beim Rechtsschuss von Außenverteidiger Anton Dzwigala ein weiteres Mal vor dem Rückstand.

Im letzten Drittel der Partie schwanden die Kräfte der Dresdner zusehends, der Aufwand der ersten Halbzeit machte sich deutlich bemerkbar. Noch zwei weitere Male (84./89) trafen die Gäste das Aluminium. Für Dynamo ist die Punkteteilung nach den beiden sehr unterschiedlichen Halbzeiten dennoch nicht unverdient. (dpa)

 

Audio:

Torschütze Christoph Daferner zum Unentschieden gegen St. Pauli und zur Rückkehr der Fans
Kapitän Tim Knipping nach dem 1:1 gegen St. Pauli
Dynamo-Trainer Guerino Capretti zu seinem Heim-Debüt und dem 1:1 gegen St. Pauli