• Dynamo hat sich am Sonntag mit dem Spiel gegen Osnabrück aus der 2. Bundesliga verabschiedet.

  • In Jeansjacken mit einem Bild von Ralf Minge auf dem Rücken haben sich die Dynamos gegen Osnabrück warm gemacht.

  • Die Spieler posierten nach dem 2:2 gegen Osnabrück gemeinsam mit Ralf Minge in den Jeansjacken.

    Die Spieler posierten nach dem 2:2 gegen Osnabrück gemeinsam mit Ralf Minge in den Jeansjacken.

Dynamo als Tabellenletzter abgestiegen

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Autor: dpa

Mit leerem Blick und düsterer Miene starrte Ralf Minge am Spielfeldrand. Sein Traumverein Dynamo Dresden ist nach dem 2:2 (1:0) am Sonntag gegen den VfL Osnabrück zum dritten Mal nach 2006 und 2014 in die 3. Liga abgestiegen. Seine Ära als Sportgeschäftsführer endet ebenfalls. Bitter für das Dynamo-Idol: selbst eine 2:0-Führung brachte Dresden nicht über die Zeit und bleibt somit Tabellen-Schlusslicht. Marco Terrazino (23.) erzielte die Führung für den Absteiger, ehe Patrick Schmidt (59.) für die Elbestädter erhöhte. Der eingewechselte Anas Ouahim (76.) und Niklas Schmidt (81.) glichen für die Gäste aus.

Nur kurz erheiterte sich an diesem Tag das Gemüt von Minge: Die Spieler trugen bei der Erwärmung alle Jeansjacken mit dem Konterfei des Dynamo-Idols mit der Aufschrift «Danke für alles Mingus!» und verabschiedeten sich somit vom scheidenden Sportchef. Die Aktion erinnerte an Dynamos Aufstiegsspiel am 16. April 2016 beim 1. FC Magdeburg. Damals wurde Minge von einem Ordner im Jeans-Outfit nicht erkannt und zunächst festgehalten, als er zu den Dynamo-Fans wollte.

Für Dynamo war es in seiner 67-jährigen Vereinsgeschichte der dritte Abstieg aus der 2. Bundesliga und zugleich die schlechteste Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte.. Den Neuaufbau von Trainer Markus Kauczinski begleitet künftig der neu verpflichtete Sportchef Ralf Becker, der die Nachfolge von Minge antritt. Seit 2014 war der 59-Jährige für die sportliche, strategische und konzeptionelle Entwicklung der Lizenzspielermannschaft und der Nachwuchs-Akademie verantwortlich gewesen.

Während von Dynamo-Anhängern außerhalb des Stadions zahlreiche Böller und Pyrotechnik gezündet wurden, startete Dynamo furios in die Begegnung: Nach einer Donyoh-Flanke köpfte der völlig freistehende Terrazzino zur Führung ein. Zuvor verpasste Godsway Donyoh (12.) mit einem Flachschuss das Tor noch knapp. Nach dem Wechsel hatte der VfL mehr Spielanteile, doch Dynamo eine effiziente Chancenverwertung: Schmidt nahm den Querpass von Josef Husbauer auf, umkurvte seinen Gegenspieler und schloss überlegt zum 2:0 ab. Der VfL kam nochmal und glich nicht unverdient aus: Erst schoss Ouahim freistehend ein, dann verwandelte Schmidt einen direkten Freistoß aus 20 Metern ins Eck.

Nach dem Spiel wurde Minge vor dem Stadion von 2000 bis 3000 Fans gefeiert. Mit Sprechchören wie «Dynamo wird niemals untergehen» huldigten die Anhängern ihr Idol, das sich immer wieder die Tränen aus den Augen wischen musste.

Audio:

Trainer Markus Kauczinski nach dem 2:2 gegen Osnabrück