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Cannabiszüchter aus Weißenberg: "Ich will nur noch Kaffee trinken"

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Er war 16 Monate auf Weltreise.  Als der Lagerist nach Weißenberg zurückkehrte, wurde er zum Gärtner. Der Weltenbummler legte  im Haus und im Gewächshaus seines Vaters eine Cannabisplantage an. Heute wurde dem 32-Jährigen in Bautzen Prozess gemacht. Auch sein Vater saß auf der Anklagebank.

Mit Alkohol hatte er Probleme. Den vertrug er schlecht. So suchte sich der gebürtige Pirnaer einen neuen Genuss: Marihuana aus erster Hand, selbst gepflanzt, gezüchtet,  geerntet und geraucht. Samen, Wärmelampen, Reflektoren, Belüfungsanlage  - die Zutaten waren schnell besorgt. Die Anleitung zog er sich aus dem Internet.

Erntehelfer in Uniform

Der Hobby-Gärtner legte los.  In der Woche malochte er auf Montage, an den Wochenenden kümmerte er sich liebevoll um seine Aufzucht in Weißenberg. Ein Jahr ging alles gut. Dann klingelten die Erntehelfer in Uniform an der Tür.   Die Polizei beschlagnahmte  insgesamt 66 Cannabispflanzen. Insgesamt ein Kilo Marihuana fanden die Ermittler – in Dosen und Tütchen und noch nicht verarbeitet als Blätter.

Freispruch für den Vater

Dem Vater überwies er zwar eine monatliche Pauschale für Strom und Wasser, aber in seine geheime Gartenkunst weihte er ihn nicht ein.  Und der wollte angeblich vom Treiben seines Sohns nichts gewusst haben.  Richter Dirk Hertle glaubte dem 62-Jährigen und sprach ihn frei. Dagegen wurde der Sohn verurteilt. Er erhielt ein Jahr. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Kaffee statt kiffen

Der 32-Jährige nahm das Urteil an und verließ erleichtert den Verhandlungssaal. Der Richter warnte ihn: Sollte er in der Bewährungszeit auch nur mit einem Joint erwischt werden, muss er die Strafe absitzen. Drogen will er nicht mehr anrühren, versprach er. Er trinke jetzt wieder Alkohol und viel Kaffee.