• Produktionshalle am Bombardier-Standort in Bautzen. Foto: kmk

    Produktionshalle am Bombardier-Standort in Bautzen. Foto: kmk

Alstom darf Bombardier-Zugsparte übernehmen

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Brüssel hat grünes Licht gegeben. Alstom darf die Bombardier-Zugsparte übernehmen und damit auch die beiden sächsischen Werke in Görlitz und Bautzen. Die Franzosen haben von den EU-Wettbewerbshütern die Erlaubnis erhalten. Eine Auflage ist aber, dass Alstom eingegangene Verpflichtungen uneingeschränkt erfüllt. Betroffen sind auch Tausende Beschäftigte in Deutschland.

Um Bedenken der EU-Kommission gegen die Übernahme auszuräumen, hatten Alstom und Bombardier vor drei Wochen angekündigt, die Bombardier-Produktionsanlagen am Standort Hennigsdorf bei Berlin zu verkaufen. Zudem will Bombardier Transportation unter anderem seinen Projektanteil an der Kooperation für den Hochgeschwindigkeitszug V300Zefiro abgeben. Außerdem muss sich der kanadische Konzern von der Talent-3-Fernzugplattform trennen und eben auch von der Produktionsanlage für den Talent 3 in Hennigsdorf.

Die beiden Unternehmen gehören zu den Weltmarktführern im Schienenverkehr. Alstom ist vor allem durch den Bau der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge bekannt, stellt aber auch Schienenfahrzeuge für den Nah- und Regionalverkehr sowie Signaltechnik und andere Bahntechnik her.

 Alstom-Chef  Henri Poupart-Lafarge sagte mit Blick auf mögliche soziale Konsequenzen der Fusion: Der eine wie der andere habe viele Aufträge zu erledigen. „Wir werden alle brauchen“. An den Standorten in Bautzen und Görlitz sind rund 2.400 Beschäftigte tätig.

Gewerkschaften befürchteten zuletzt, dass Bombardier- und Alstom-Standorte wegen der Übernahme in Gefahr sein können.«Für uns geht es jetzt erst richtig los», sagte IG-Metall-Hauptkassierer Jürgen Kerner. «Die Beschäftigten verdienen Sicherheit und Klarheit. Arbeitsplätze und Standorte müssen gesichert, Mitbestimmung und Tarifstandards gewahrt bleiben werden.» Gefordert seien ein Zukunftskonzept und Zusagen möglicher Käufer von Anlagen in Hennigsdorf. Die Politik müsse den Prozess begleiten. Die Konzerne kündigten Gespräche mit Arbeitnehmervertretern an.

Die Übernahme soll spätestens Ende Juni 2021 abgeschlossen werden. Sie kostet Alstom  5,8 bis 6,2 Milliarden Euro.

Audio:

Bombardier-Gesamtbetriebsratschef René Straube sieht die Übernahme mit Skepsis